US-Auto importieren: Kosten
Die komplette Kostenkette nach Deutschland

Was kostet der Import eines amerikanischen Fahrzeugs von den USA nach Deutschland wirklich? Dieser Ratgeber zerlegt jeden einzelnen Kostenblock — Kaufpreis, Seefracht, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, TÜV-Vollabnahme, Zulassung — erklärt den entscheidenden Unterschied zwischen regulärer Verzollung und dem Sammlungsstück-Status nach Position 9705 und rechnet drei vollständige Beispiele durch: Ford F-100 1978, Ford Mustang 1967 und Dodge Charger 1969.

Persönliche Kostenschätzung

Was kostet der Import eines US-Autos nach Deutschland? Überblick

Der Preis, den Sie am Ende in Deutschland für ein amerikanisches Fahrzeug bezahlen, ist nie nur der Kaufpreis aus der US-Anzeige. Zwischen dem Klick in Kalifornien und dem H-Kennzeichen an Ihrer Garage liegen acht Kostenblöcke, die sich addieren. Als grobe Faustregel liegt der Gesamtaufschlag auf den US-Kaufpreis bei 25 bis 35 Prozent — mit einer entscheidenden Weiche: Wird das Fahrzeug als Sammlungsstück nach Position 9705 anerkannt, sinkt dieser Aufschlag spürbar, weil Zoll und Einfuhrumsatzsteuer massiv niedriger ausfallen.

Alle Beträge auf dieser Seite sind Richtwerte, Stand Oktober 2026, und variieren mit Zustand, Baujahr, Hafen, Wechselkurs und Dienstleister. Preise zu klassischen US-Fahrzeugen stammen aus laufenden Anzeigen (mobile.de, Classic Trader/ClassicDigest, autoscout24.de für Deutschland; classiccars.com für die USA). Die Zoll- und Steuersätze folgen der deutschen Einfuhrpraxis 2026.

Amerikanisches Fahrzeug wird für den Import nach Deutschland vorbereitet

Die 8 Kostenblöcke im Überblick

  • Fahrzeugkauf in den USA — Kaufpreis plus Auktions- oder Händlergebühren und Vor-Ort-Inspektion.
  • Inlandstransport USA — vom Verkäufer zum Verschiffungshafen.
  • Seefracht — RoRo oder Container nach Bremerhaven oder Hamburg.
  • Transportversicherung — meist als Prozentsatz des deklarierten Werts.
  • Verzollung — Zoll (0 %, 10 % oder 22 %) plus Einfuhrumsatzsteuer (7 % oder 19 %).
  • TÜV-Vollabnahme (§ 21 StVZO) — Einzelabnahme plus Umrüstung.
  • Zulassung — Gebühren, Kennzeichen, bei Oldtimern das H-Einstufungsgutachten.
  • Laufende Kosten — Kfz-Steuer und Oldtimer-Versicherung.

Wovon hängen die Gesamtkosten ab?

Drei Faktoren bewegen die Endsumme am stärksten. Erstens das Alter: Ein Fahrzeug über 30 Jahre kann über die Position 9705 verzollt werden und spart damit die größte Einzelposition. Zweitens die Fahrzeugklasse: Ein Pick-up oder ein als Lkw eingestuftes Fahrzeug kann mit 22 % statt 10 % Zoll belastet werden. Drittens der Zustand: Ein originalgetreues Fahrzeug passiert TÜV und Zollstelle reibungslos, ein stark umgebautes kostet in Technik und Einstufung deutlich mehr.

KostenblockSpanne (Richtwert 2026)Hinweis
Vor-Ort-Inspektion (PPI)250–450 USDVor dem Kauf dringend empfohlen
Inlandstransport USA0,80–1,20 USD/MeileJe nach Entfernung zum Hafen
Seefracht RoRo1 100–1 900 €Bremerhaven oder Hamburg
Seefracht Container (20')1 700–3 300 €Geteilt günstiger als Solo
Transportversicherungca. 1,5–2,5 % des WertsGrößenordnung, variiert
Zoll Pkw10 %0 % bei Sammlungsstück 9705
Zoll Pick-up / Lkw-Einstufungbis 22 %0 % bei Sammlungsstück 9705
Einfuhrumsatzsteuer19 % (7 % bei 9705)Auf Zollwert plus Zoll
TÜV-Vollabnahme § 21700–1 200 €Für Fahrzeuge ohne EU-Typgenehmigung
Umrüstung300–1 500 €Licht, Blinker, Tacho km/h
Zulassung + Kennzeichen60–120 €Plus H-Gutachten 100–200 €

Kostenblock 1: Fahrzeugkauf in den USA

Kaufpreis, Auktionsgebühren und Verkäuferprovision

Der Kaufpreis ist der größte, aber nicht der einzige Posten dieser Phase. Bei Auktionen (etwa Bring a Trailer) kommt eine Käuferprovision hinzu, bei Händlern eine Dokumentengebühr. Für eine realistische Orientierung: Ein solider Ford Mustang 1967 als V8-Coupé wird auf classiccars.com oft zwischen rund 20 000 und 40 000 US-Dollar gehandelt, Fastback- und Sondermodelle liegen deutlich höher. Ein 1968–1970 Dodge Charger beginnt auf dem US-Markt häufig bei etwa 60 000 US-Dollar und reicht bei R/T- und restaurierten Exemplaren weit über 150 000 US-Dollar hinaus.

Inlandstransport zum Hafen

Das Fahrzeug muss vom Verkäufer zum Verschiffungshafen gebracht werden. Übliche Abfahrtshäfen sind Los Angeles, Houston, Charleston und das Gebiet New York/New Jersey. Für das Trucking rechnen Sie mit etwa 0,80 bis 1,20 US-Dollar pro Meile. Charleston und New York/New Jersey sind nach Bremerhaven oft am günstigsten.

USD-EUR-Umrechnung und Wechselkurs

Alle US-Beträge müssen Sie in Euro umrechnen; auf dieser Seite wird als Richtwert rund 0,90 € je US-Dollar verwendet. Entscheidend ist: Für die Verzollung gilt der amtliche Zoll-Wechselkurs am Tag der Zollanmeldung, nicht der Kurs am Kauftag. Eine Pufferreserve von einigen Prozent schützt vor Kursüberraschungen.

Kostenblock 2: Seefracht und Transportversicherung

RoRo vs. Container: Preise und Unterschiede

Bei RoRo (Roll-on/Roll-off) fährt das Fahrzeug auf ein spezielles Schiff und wird an Deck gesichert — die günstigste Variante für ein fahrtüchtiges Auto, etwa 1 100 bis 1 900 Euro nach Bremerhaven oder Hamburg. Ein eigener 20-Fuß-Container schützt besser, kostet aber rund 2 400 bis 3 300 Euro; ein geteilter Container liegt bei etwa 1 700 bis 2 100 Euro. Für wertvolle oder nicht fahrbereite Fahrzeuge ist der Container trotz Mehrkosten die sichere Wahl.

Transportversicherung: Deckung und Kosten

Die Seetransportversicherung wird üblicherweise als Prozentsatz des deklarierten Fahrzeugwerts berechnet — als Größenordnung etwa 1,5 bis 2,5 Prozent. Bei einem Fahrzeug im Wert von 30 000 Euro sind das grob 450 bis 750 Euro. Achten Sie auf die Deckungsvariante (Totalverlust vs. All-Risk) und darauf, dass der Marktwert, nicht der Kaufpreis, versichert ist.

Hafen-, Terminal- und Speditionsgebühren

Am Zielhafen fallen Terminal- und Abwicklungsgebühren sowie das Honorar der Zollagentur an. Bremerhaven mit dem BLG Auto Terminal hat die meisten direkten RoRo-Verbindungen aus den USA und ist auf US-Fahrzeuge spezialisiert; Hamburg ist die zweite Wahl. Lager- und Standgebühren entstehen erst, wenn Papiere oder Zahlungen sich verzögern — ein guter Grund, die Unterlagen vorab vollständig zu haben.

Kostenblock 3: Verzollung – Zoll und Einfuhrumsatzsteuer

Verzollung eines US-Imports am deutschen Hafen

Zollwert: Kaufpreis plus Fracht

Bemessungsgrundlage ist der Zollwert: Kaufpreis plus Transport und Versicherung bis zur EU-Grenze (C.I.F.-Wert). Auf diesen Wert wird der Zoll erhoben, und auf die Summe aus Zollwert und Zoll die Einfuhrumsatzsteuer. Deshalb ist ein korrekt belegter Kaufpreis wichtig: Eine Unterbewertung gilt als Steuerverkürzung und wird bei der Prüfung teuer.

Zolltarif: 10 % Pkw, bis 22 % Pick-ups

Für einen Pkw aus den USA gelten in der Regel 10 Prozent Zoll (so auch der ADAC). Pick-ups und bestimmte als Lkw eingestufte Fahrzeuge können mit bis zu 22 Prozent belastet werden — ein wichtiger Unterschied, der bei einem US-Truck mehrere Tausend Euro ausmacht. Die Einstufung hängt von Aufbau und technischen Daten ab, nicht nur vom Markennamen.

Einfuhrumsatzsteuer 19 % und Vorsteuerabzug

Auf die Summe aus Zollwert und Zoll kommen 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer. Für Privatpersonen ist sie ein echter Kostenblock; vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen können sie unter den üblichen Voraussetzungen geltend machen. Bei einem Sammlungsstück nach Position 9705 reduziert sie sich auf 7 Prozent (siehe eigener Abschnitt).

Hinweis zur Zollerleichterung 2026 für US-Ursprung

Seit Mitte 2026 wird eine reduzierte beziehungsweise 0-Prozent-Zollregelung für Fahrzeuge mit US-Ursprungsnachweis diskutiert und teils angewendet. In der Praxis betrifft sie vor allem Neuwagen, da ein solcher Ursprungsnachweis bei klassischen Fahrzeugen über 30 Jahre meist fehlt — diese werden ohnehin über die Sammlungsstück-Position 9705 verzollt. Den für Ihr Fahrzeug gültigen Satz bestätigt verbindlich die zuständige Zollstelle; verlassen Sie sich nicht auf pauschale Werbeversprechen.

Kostenblock 4: TÜV-Vollabnahme (§ 21 StVZO)

Was die Einzelabnahme prüft und kostet

Die Vollabnahme nach § 21 StVZO ist für praktisch jedes US-Fahrzeug ohne EU-Typgenehmigung Pflicht — und das sind nahezu alle US-Importe. Geprüft werden unter anderem Bremsen, Beleuchtung (europäisches E-Zeichen statt US-SAE-Standard), Geräusch- und Abgaswerte, Sicherheitsgurte und die Tachoeinheit in km/h. Die Kosten liegen in der Regel bei 700 bis 1 200 Euro.

Umrüstung: Scheinwerfer, Blinker, Tacho, Gurt

Die typischen Umrüstposten summieren sich auf rund 300 bis 1 500 Euro, je nach Fahrzeug. Häufigster Einzelposten ist die Tachoumstellung von mph auf km/h (etwa 180 bis 320 Euro). Hinzu kommen die Anpassung von Scheinwerfern und Blinkern sowie gelegentlich Nachbesserungen an Abgas oder Beleuchtung. Klassiker über 30 Jahre dürfen Emissionen nach dem „Stand der Technik zur Bauzeit" erfüllen, was die Hürde deutlich senkt.

Datenblatt, Vollabnahme und Betriebserlaubnis

Mit bestandener Einzelabnahme stellt der Prüfer das Datenblatt aus, das zur Zulassung berechtigt. Planen Sie einen möglichen Nachbesserungstermin ein: Übliche Beanstandungen sind Bremsleitungen, Lenkmanschetten oder Beleuchtung — kalkulierbar, kein echtes Risiko, wenn man vier zusätzliche Wochen einplant.

Kostenblock 5: Zulassung, Kennzeichen und laufende Kosten

Zulassungsgebühren und Kurzzeitkennzeichen

Die reinen Zulassungsgebühren liegen bei grob 60 bis 120 Euro. Für die Fahrt zur Prüfstelle vor der endgültigen Zulassung eignet sich ein Kurzzeitkennzeichen. Für das H-Kennzeichen kommt ein Einstufungsgutachten nach § 23 StVZO hinzu (etwa 100 bis 200 Euro).

Kfz-Versicherung für Importfahrzeuge

Eine Oldtimer-Police ist meist die wirtschaftlichste Lösung. Spezialversicherer wie OCC, Friday Versicherung oder Hagerty bieten Prämien zwischen etwa 280 und 650 Euro pro Jahr für klassische US-Cars mit Wertgutachten. Eine reguläre Vollkasko deckt den Marktwert eines Klassikers selten vollständig ab.

Kfz-Steuer nach dem Import

Mit H-Kennzeichen gilt die pauschale Kfz-Steuer von aktuell 191,73 Euro pro Jahr für einen Pkw (Stand 2026). Für Pick-ups wird nach Gewicht besteuert (Größenordnung 16 Euro je 200 kg und Jahr). Ohne H-Kennzeichen richtet sich die Steuer nach Hubraum und Abgasnorm und fällt bei großvolumigen V8-Motoren spürbar höher aus — ein weiterer Grund, die Oldtimer-Einstufung anzustreben.

Oldtimer, H-Kennzeichen und Sammlungsstück (Position 9705)

Dies ist der wichtigste Hebel der ganzen Rechnung — und der Punkt, den die meisten Kostenrechner im Netz übergehen.

Amerikanischer Klassiker über 30 Jahre, einstufbar als Sammlungsstück nach Position 9705

Voraussetzungen für das H-Kennzeichen

Das H-Kennzeichen setzt ein Fahrzeug von mindestens 30 Jahren in weitgehend originalem, gepflegtem Zustand voraus (Oldtimer-Einstufung mindestens Note 2). Es ersetzt die reguläre Zulassung durch eine Pauschalsteuer und erlaubt den Betrieb als historisches Fahrzeug.

Sammlungsstück nach Position 9705: 0 % Zoll und 7 % EUSt

Zollrechtlich kann ein historisches Fahrzeug als Sammlungsstück nach Position 9705 eingestuft werden. Die Folge: 0 Prozent Zoll statt 10 Prozent und 7 Prozent Einfuhrumsatzsteuer statt 19 Prozent. Wichtig: Das Alter über 30 Jahre ist eine Voraussetzung, keine Garantie — die Zollstelle muss den Sammlungsstück-Charakter anerkennen (Originalzustand, Modell nicht mehr in Produktion, historisches Interesse). Eine saubere Dokumentation der Originalität ist hier bares Geld wert.

Wann sich das Oldtimer-Regime rechnet

Bei einem Fahrzeugwert von 60 000 Euro trennt die Position 9705 grob 15 000 Euro an Zoll und Einfuhrumsatzsteuer vom regulären Fall — der Unterschied zwischen einem guten und einem schmerzhaften Geschäft. Je höher der Wert, desto größer der Hebel. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf zu prüfen, ob ein Fahrzeug die 9705-Kriterien erfüllt.

PositionRegulär (Pkw)Sammlungsstück 9705
Zoll10 %0 %
Einfuhrumsatzsteuer19 %7 %
Beispiel Zollwert 60 000 €Zoll 6 000 € + EUSt 12 540 € = 18 540 €Zoll 0 € + EUSt 4 200 € = 4 200 €
Ersparnis—rund 14 300 €

Drei Rechenbeispiele: Kosten von A bis Z

Alle Summen sind Richtwerte (Stand Oktober 2026) bei Verzollung als Sammlungsstück 9705, sofern nicht anders angegeben; der Wechselkurs ist mit rund 0,90 € je US-Dollar angesetzt.

Beispiel 1: Ford F-100 1978 (Pick-up, Sammlungsstück)

Klassischer Ford F-100 Pickup aus den späten 1970er-Jahren
  • Kaufpreis USA: ca. 20 000 USD ≈ 18 000 €
  • Inlandstransport + PPI: ca. 800 €
  • Seefracht RoRo Bremerhaven: ca. 1 500 €
  • Transportversicherung: ca. 400 €
  • Zoll 9705: 0 € · Einfuhrumsatzsteuer 7 %: ca. 1 400 €
  • Zollabwicklung/Spedition: ca. 300 €
  • TÜV § 21: ca. 900 € · Umrüstung: ca. 600 €
  • Zulassung + H-Gutachten: ca. 250 €

Gesamt rund 24 000 €. Zum Vergleich: Vergleichbare F-100 werden in Deutschland zwischen etwa 17 500 € und 44 900 € angeboten (autoscout24.de) — der Import lohnt vor allem bei gutem Zustand und Wunschkonfiguration.

Beispiel 2: Ford Mustang 1967 Coupé (Sammlungsstück)

Ford Mustang Coupé der ersten Generation
  • US-Kaufpreis rund 30 000 USD, umgerechnet etwa 27 000 €
  • Trucking zum Hafen und Vor-Ort-Check zusammen etwa 900 €
  • RoRo-Überfahrt nach Bremerhaven circa 1 600 €
  • Versicherung der Überfahrt grob 550 €
  • Verzollung nach Position 9705: kein Zoll, 7 % EUSt ergeben rund 2 065 €
  • Honorar der Zollagentur etwa 300 €
  • Einzelabnahme § 21 rund 900 €, Umrüstung auf E-Zeichen und km/h etwa 500 €
  • Behördliche Zulassung samt H-Gutachten rund 250 €

Gesamt rund 34 000 €. Ein restauriertes V8-Coupé von 1967 wird in Deutschland häufig zwischen etwa 33 000 € und 36 500 € gehandelt (mobile.de) — der Import liegt auf Marktniveau und lohnt sich, wenn Sie Zustand und Ausstattung selbst bestimmen wollen.

Beispiel 3: Dodge Charger 1969 — 9705 vs. regulär

Dodge Charger Muscle Car von 1969

Ein hochwertiges Muscle Car zeigt den Hebel der Position 9705 am deutlichsten. Angesetzt: Kaufpreis USA ca. 70 000 USD ≈ 63 000 €, Fracht/Versicherung/PPI zusammen ca. 4 000 €, Zollwert also rund 65 700 €.

  • Als Sammlungsstück (9705): Zoll 0 € + EUSt 7 % ca. 4 600 €; mit TÜV, Umrüstung und Zulassung ergibt sich ein Gesamtwert von rund 73 000–76 000 €.
  • Regulär (nicht als Sammlungsstück anerkannt, z. B. starker Umbau): Zoll 10 % ca. 6 570 € + EUSt 19 % ca. 13 730 € = rund 20 300 € statt 4 600 € — ein Gesamtwert um die 89 000 €.

Die 9705-Einstufung spart hier rund 15 700 €. In Deutschland angebotene 1969er Charger R/T beginnen bei etwa 42 900 € und reichen bei Top-Exemplaren weit höher (ClassicDigest/Classic Trader).

Ablauf und Dauer: Zeitplan des Imports

Vom Kauf bis zum H-Kennzeichen vergehen typischerweise 10 bis 16 Wochen. Die Kosten verteilen sich entlang dieser Phasen.

Zeitplan eines US-Auto-Imports von der Auktion bis zur Zulassung

Von der Auktion bis zum Hafen

Suche, Vor-Ort-Inspektion, Kauf und Inlandstransport: rund 1 bis 3 Wochen. Hier entstehen Kaufpreis, PPI und Trucking.

Seefracht-Dauer: Ostküste vs. Westküste

Ab der US-Ostküste nach Bremerhaven sind es grob 2 bis 3 Wochen, ab der Westküste 4 bis 6 Wochen. RoRo ist schneller abgefertigt als ein Sammelcontainer.

Verzollung, TÜV und Zulassung

Verzollung am Hafen: wenige Tage bei vollständigen Papieren. TÜV-Vorbereitung und Umrüstung: 4 bis 6 Wochen. Zulassung mit H-Kennzeichen: 2 bis 4 Wochen. Wer Dokumente früh bündelt, verkürzt vor allem die teuren Standzeiten.

Welche Dokumente Sie brauchen

Beim US-Verkäufer

  • Original-Title (Eigentumsnachweis), frei von Liens/Belastungen
  • Bill of Sale (Kaufvertrag) mit korrektem Kaufpreis
  • EPA-Formular 3520-1 und ggf. DOT HS-7 für den US-Export

Bei der deutschen Zollstelle

  • Zollanmeldung mit Nachweis des Zollwerts (Kaufvertrag, Zahlungsbeleg, Frachtrechnung)
  • Unterlagen zur Sammlungsstück-Einstufung (Originalität, Baujahr) für Position 9705

Für TÜV und Zulassung

  • Datenblatt der § 21-Vollabnahme
  • Verzollungsnachweis, Versicherungs-Doppelkarte (eVB)
  • Oldtimer-Einstufungsgutachten nach § 23 StVZO für das H-Kennzeichen

Typische Kostenfallen beim US-Import

Versteckte Gebühren und Nachforderungen

Terminalgebühren, Dokumentenpauschalen, Lager- und Standgebühren bei Verzögerungen: Diese Posten tauchen in günstigen Angeboten oft nicht auf. Fragen Sie nach dem Endpreis „frei Haus verzollt", nicht nach dem Frachtpreis allein.

Falsche Zollanmeldung und fehlende Papiere

Ein unterbewerteter Kaufpreis oder ein unvollständiger Title bringt das Fahrzeug an der Zollstelle zum Stillstand — und erzeugt genau die Standgebühren, die man vermeiden wollte. Wer die 9705-Einstufung anstrebt, muss die Originalität von Anfang an dokumentieren.

Unrealistische Kaufpreiserwartungen

Die günstigsten US-Anzeigen sind oft Projektfahrzeuge mit hohem Nachbesserungsbedarf. Ein scheinbarer Schnäppchenpreis kann durch Rost, fehlende Teile oder eine durchgefallene TÜV-Abnahme schnell teurer werden als ein solides, etwas höher bepreistes Fahrzeug.

Der Pick-up-Zoll von 22 %

Wird ein US-Truck als Lkw eingestuft, verdoppelt sich der Zollsatz nahezu — es sei denn, das Fahrzeug wird als Sammlungsstück 9705 anerkannt. Bei Pick-ups lohnt die Prüfung dieser Einstufung besonders.

Selbst importieren oder begleiten lassen?

Was Sie selbst übernehmen

  • Fahrzeugsuche und Vor-Ort-Inspektion organisieren
  • Kauf, Title-Prüfung und US-Export abwickeln
  • Seefracht buchen, Verzollung und TÜV koordinieren

Wer Zeit, Englischkenntnisse und Marktwissen mitbringt, kann vieles selbst erledigen — muss aber jede Schnittstelle (Verkäufer, Spedition, Zoll, Prüfstelle) selbst steuern.

Was eine Begleitung übernimmt

  • Suche auf Bestellung nach Ihren Kriterien
  • Inspektion, Kauf, Transport und Verzollung aus einer Hand
  • TÜV-Vorbereitung, 9705-Einstufung und Zulassung bis zum Kennzeichen

Eine Begleitung kostet, spart aber die teuren Einzelfehler — eine falsche Zollanmeldung oder eine durchgefallene Abnahme übersteigt den Aufwand schnell.

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Häufige Fragen zu den Kosten eines US-Auto-Imports

Als Faustregel kommen zum Kaufpreis in den USA rund 25 bis 35 Prozent Nebenkosten hinzu, sobald Seefracht, Verzollung, TÜV-Vollabnahme, Umrüstung und Zulassung eingerechnet sind. Bei einem über 30 Jahre alten Fahrzeug als Sammlungsstück (9705) fällt der Aufschlag deutlich geringer aus.

Für einen Pkw gelten in der Regel 10 Prozent Zoll auf den Zollwert und darauf 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer. Pick-ups und als Lkw eingestufte Fahrzeuge können mit 22 Prozent belastet werden. Als Sammlungsstück 9705 sinkt der Zoll auf 0 Prozent und die EUSt auf 7 Prozent.

Häufig ja: 0 Prozent Zoll und 7 statt 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer. Bei 60 000 Euro Fahrzeugwert spart das grob 15 000 Euro. Voraussetzung ist die Anerkennung als Sammlungsstück durch die Zollstelle — über 30 Jahre, Originalzustand, Modell nicht mehr produziert. Das Alter allein genügt nicht.

In der Regel 700 bis 1 200 Euro. Die Einzelabnahme ist für praktisch jedes US-Fahrzeug ohne EU-Typgenehmigung Pflicht und prüft Bremsen, Beleuchtung (E-Zeichen), Geräusch- und Abgaswerte, Gurte und die Tachoeinheit in km/h.

Je nach Fahrzeug 300 bis 1 500 Euro. Typisch sind die Tachoumstellung von mph auf km/h (etwa 180 bis 320 Euro), die Anpassung von Scheinwerfern und Blinkern an das E-Zeichen sowie gelegentliche Abgas- oder Beleuchtungsnachbesserungen.

RoRo nach Bremerhaven oder Hamburg etwa 1 100 bis 1 900 Euro. Ein eigener 20-Fuß-Container liegt bei 2 400 bis 3 300 Euro, ein geteilter bei 1 700 bis 2 100 Euro. Hinzu kommen Hafen- und Abwicklungsgebühren.

Die Zulassungsgebühren liegen bei grob 60 bis 120 Euro, plus Einstufungsgutachten nach § 23 StVZO (etwa 100 bis 200 Euro) für das H-Kennzeichen. Die pauschale Kfz-Steuer beträgt aktuell 191,73 Euro pro Jahr für einen Pkw (Stand 2026).

Häufig unterschätzt: Inlandstransport in den USA, Vor-Ort-Inspektion (PPI, 250 bis 450 US-Dollar), Hafen- und Terminalgebühren, Transportversicherung, Lager- und Standgebühren bei Verzögerungen sowie Nachbesserungen vor der TÜV-Abnahme.

Für klassische Fahrzeuge führt der verlässliche Weg zu 0 Prozent Zoll über die Sammlungsstück-Position 9705. Eine seit Mitte 2026 diskutierte Zollerleichterung für US-Ursprungsfahrzeuge setzt einen Ursprungsnachweis voraus, den vor allem Neuwagen haben. Klassiker über 30 Jahre werden ohnehin über 9705 verzollt. Den konkreten Satz bestätigt die Zollstelle.

Typischerweise 10 bis 16 Wochen: 3 bis 4 Wochen Seefracht, 4 bis 6 Wochen TÜV-Vorbereitung und Umrüstung, 2 bis 4 Wochen Verzollung und Zulassung. Die Kosten verteilen sich entsprechend auf Transport, Verzollung, Technik und Behördengänge.
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